1. Die verschiedenen Lerntypen
auditiver Lerntyp: durch Hören Lernende (Gespräche, Diskussionen, Vorlesungen, Dialoge)
visueller Lerntyp: durch Sehen Lernende (Abbildungen, Skizzen, Diagramme, Mind Maps, Lernkarteien)
motorischer Lerntyp: durch aktives Handeln Lernende (Gruppenarbeit, Learning by Doing)
Tipps:
vor dem Lernprozess bestimmten Lernweg wählen (Frage: "Wo liegen die eigenen Stärken/Schwächen?")
möglichst viele Lernkanäle miteinander kombinieren
Lernwege wechseln
Informationen durch Beispiele veranschaulichen
Gehörtes aufschreiben
Gelesenes markieren, notieren, skizzieren
2. Motivation
extrinsische Motivation: Beweggründe für die Lerntätigkeit sind fremdbestimmt durch äußere Vorgaben (z.B. Prüfungsanforderungen, Berufsvoraussetzungen oder finanzielle Anreize)
intrinsische Motivation: Lern- bzw. Studienmotivation ergibt sich von selbst (z.B. Neugier, Wissensdrang oder Interesse)
Tipps:
häufige Erfolgskontrollen durchführen
konkurrierende Motive ausschalten
Lerngewohnheiten schaffen
Lernumgebung attraktiv gestalten
Lernphasen in übersichtliche und realisierbare Lerneinheiten teilen
langfristige Ziele in kurz- und mittelfristige Teilziele umsetzen
Selbstbelohnung
körperliche und geistige Entspannungs- und Erholungsphasen
sich gesund ernähren
To-Do-Listen anlegen
3. Konzentration
Ursachen für Konzentrationsstörungen:
fehlende Motivation, unrealistische Ziele, fehlende Selbstbelohnung, innere Störungen (z.B. starke Gefühlszustände, persönliche Probleme oder Über- bzw. Unterforderungen), äußere Störungen (z.B. Lärm, Telefonanrufe oder redselige Nachbarn in der Vorlesung)
Tipps:
eines nach dem anderen erledigen
mit allen "Sinnen" lernen
sich während der Vorlesung ein oder zwei sinnvolle Fragen ausdenken
4. Das Lernplateau
Definition:
Lernplateaus sind Phasen, in denen die Lernkurve nicht mehr ansteigt, sondern stagniert. Sie zeigen notwendige Vorgänge für einen späteren Lernerfolg an und sind ein Hinweis darauf, dass sich eine neue Struktur in unserem Gedächtnis bildet.
Tipps:
nicht mit dem Lernen aufhören (!), da nach Überwinden des Lernplateaus die Leistung wieder ansteigt
Lernplateaus können nicht durch Pausen oder besondere Anstrengungen übersprungen werden
5. Allein oder im Team lernen?
Einzelarbeit unbedingt durch Gruppenlernen ergänzen.
Vorteile:
erhöhte Motivation, größeres Engagement, gesteigerte Leistungsfähigkeit, Feedback über Lernerfolge
Nachteile:
gegenseitige Ablenkung (daher oft keine Konzentration auf das Wesentliche möglich), bei zu vielen Teilnehmern ist es schwer geeignete Termine zu finden, ohne Einzelarbeit im Vorfeld ist Gruppenarbeit nur wenig effektiv, Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Gruppe
Tipps:
gleiche "Wellenlänge"/ähnlicher Arbeitsstil des Teams, zuverlässige Kommilitonen
fachlich ausgewogene Lerngruppe
Klärung der zu verwendenden Arbeitstechniken
nicht mehr als vier Teilnehmer
gemeinsame Arbeitszeit begrenzen
sich zu Hause selbständig auf das Thema vorbereiten
Metakommuniktation (d.h. dass jeder Teilnehmer am Ende der Arbeitssitzung in einem von den anderen unkommentierten Satz sagt, was ihm an der jeweiligen Sitzung gefallen bzw. nicht gefallen hat; somit werden die "Spielregeln" hin und wieder überprüft und über die bisherige Zusammenarbeit reflektiert, mit dem Ziel, die Teamarbeit noch mehr zu optimieren)
6. Diskussionen
Vorteile:
Lernstoff kann aktiv und effektiv bearbeitet werden, Auseinandersetzung mit neuem Wissensstoff, Ansichten werden hinterfragt, einfachere Problemlösung, Förderung der Argumentationsfähigkeit, Redeängste und emotionale Hemmungen werden abgebaut, freies Reden, genaueres Zuhören, Beobachten und Werten
Nachteile:
Gruppendiskussionen können chaotisch verlaufen und daher ohne Ergebnisse enden, oft beherrschen nur ein paar Teilnehmer die Diskussionen, während andere überhaupt nicht zu Wort kommen, statt Kooperation herrscht Konkurrenz zwischen den Diskussionspartnern, einige Teilnehmer nutzen die Gruppendiskussionen um als besonders "schlau" dazustehen und weniger um inhaltliche Fragen zu klären
Tipps:
selbstsicheres Auftreten
"Ich-Botschaften"
nie mit einer Bitte um das Rederecht beginnen
sich trauen nachzufragen
sich vorher Fragen zum Thema notieren
die Meinung anderer respektieren
7. Vorlesungen
Vor der Vorlesung:
Gliederung der Vorlesung und themenbezogene Literaturliste besorgen (Sekretariat, Homepage)
für jede Vorlesung gesonderten Ordner anlegen
Während der Vorlesung:
optische und akustische Kriterien bei der Wahl des Sitzplatzes berücksichtigen
leserliche, gut gegliederte Mitschrift
Nach der Vorlesung:
mindestens 15 Minuten zum Nacharbeiten investieren (Kurzzeitgedächtnis!)
Tipps:
Verweise auf Handouts, Lehrbücher usw. notieren
wichtige Aussagen in Halbsätzen oder Stichwörtern festhalten
genügend Platz für eventuelle Ergänzungen lassen
sinnvolle Abkürzungen verwenden
Katalog für Zeichen entwickeln (z.B. > = Einwand, ! = wichtig, !! = klausurrelevant oder ? = unklar)
8. Einteilung der (Arbeits-) Zeit
Definition der (kurzfristigen) Studienziele:
Tagesablauf über einen längeren Zeitraum (mehrere typisch verlaufende Wochen) beobachten und notieren: Somit kann man erkennen, wie viel Zeit man wirklich produktiv gelernt hat, wo die Leerlaufzeiten liegen, welche Aktivitäten nicht zur Erreichung der Ziele beitragen und wie oft man unterbrochen wurde bzw. wie viele Unterbrechungen man selbst verursacht hat und ob man zu unregelmäßigen Zeiten lernt.
Tipps:
sich einen Überblick auch über außeruniversitäre Aktivitäten (Familie, Sport, Job usw.) verschaffen
möglichst realistische Einschätzung des erforderlichen Zeitaufwands
Berücksichtigung der persönlichen Leistungskurve und des Biorhythmus
Einplanung von Freiräumen für Unvorhergesehenes
Einplanung von festen Pausen
regelmäßig nach geschafften Lerneinheiten
Anzahl und Länge sind abhängig von individueller Konzentrationsfähigkeit und der Art der Lernarbeit
Pausenende vor Pausenbeginn festlegen
Pausenlänge konsequent einhalten
Pause sinnvoll nutzen: Spaziergang, Atemübungen, sportliche Betätigungen usw.
Prioritäten setzen
Arbeitszeit begrenzen
für jeden Tag konkrete Ziele formulieren
regelmäßige Kontrolle der Terminplanung
noch detailliertere Zeitplanung direkt vor Prüfungen
9. Wahl des Arbeitsorts
Arbeiten zu Hause:
Vorteile: notwendige Arbeitsmittel und Unterlagen liegen bereit, flexible Lernzeit, gewohnte Umgebung
Nachteil: Ablenkung
Arbeiten in Lesesälen von Bibliotheken bzw. speziellen Räumen der Hochschule (z.B. Computerräumen):
Vorteile: sofortiger Zugriff auf Fachliteratur, gegenseitige Unterstützung der Kommilitonen
Nachteile: Öffnungszeiten, nicht vorhandenen Arbeitsmittel, Ablenkung
10. Organisation des Arbeitsplatzes
Voraussetzungen für optimales Lernen: höhenverstellbarer Schreibtisch, ergonomischer Schreibtischstuhl, Arbeitsmaterialien wie z.B. Karteikasten, Schreibgeräte oder Papier, angemessene Beleuchtung, Bücherregale, PC mit Drucker, nicht zu hohe Raumtemperatur