WappenCorps Franconia Berlin

zu Kaiserslautern

Studieren in Kaiserslautern

1. Die verschiedenen Lerntypen

 

  • auditiver Lerntyp: durch Hören Lernende (Gespräche, Diskussionen, Vorlesungen, Dialoge)
  • visueller Lerntyp: durch Sehen Lernende (Abbildungen, Skizzen, Diagramme, Mind Maps, Lernkarteien)
  • motorischer Lerntyp: durch aktives Handeln Lernende (Gruppenarbeit, Learning by Doing)

     

    Tipps:
  • vor dem Lernprozess bestimmten Lernweg wählen (Frage: "Wo liegen die eigenen Stärken/Schwächen?")
  • möglichst viele Lernkanäle miteinander kombinieren
  • Lernwege wechseln
  • Informationen durch Beispiele veranschaulichen
  • Gehörtes aufschreiben
  • Gelesenes markieren, notieren, skizzieren

    2. Motivation

     

  • extrinsische Motivation: Beweggründe für die Lerntätigkeit sind fremdbestimmt durch äußere Vorgaben (z.B. Prüfungsanforderungen, Berufsvoraussetzungen oder finanzielle Anreize)
  • intrinsische Motivation: Lern- bzw. Studienmotivation ergibt sich von selbst (z.B. Neugier, Wissensdrang oder Interesse)

     

    Tipps:
  • häufige Erfolgskontrollen durchführen
  • konkurrierende Motive ausschalten
  • Lerngewohnheiten schaffen
  • Lernumgebung attraktiv gestalten
  • Lernphasen in übersichtliche und realisierbare Lerneinheiten teilen
  • langfristige Ziele in kurz- und mittelfristige Teilziele umsetzen
  • Selbstbelohnung
  • körperliche und geistige Entspannungs- und Erholungsphasen
  • sich gesund ernähren
  • To-Do-Listen anlegen

    3. Konzentration

    Ursachen für Konzentrationsstörungen:
    fehlende Motivation, unrealistische Ziele, fehlende Selbstbelohnung, innere Störungen (z.B. starke Gefühlszustände, persönliche Probleme oder Über- bzw. Unterforderungen), äußere Störungen (z.B. Lärm, Telefonanrufe oder redselige Nachbarn in der Vorlesung)

     

    Tipps:
  • eines nach dem anderen erledigen
  • mit allen "Sinnen" lernen
  • sich während der Vorlesung ein oder zwei sinnvolle Fragen ausdenken

    4. Das Lernplateau

    Definition:
    Lernplateaus sind Phasen, in denen die Lernkurve nicht mehr ansteigt, sondern stagniert. Sie zeigen notwendige Vorgänge für einen späteren Lernerfolg an und sind ein Hinweis darauf, dass sich eine neue Struktur in unserem Gedächtnis bildet.

     

    Tipps:
  • nicht mit dem Lernen aufhören (!), da nach Überwinden des Lernplateaus die Leistung wieder ansteigt
  • Lernplateaus können nicht durch Pausen oder besondere Anstrengungen übersprungen werden

    5. Allein oder im Team lernen?

     

    Einzelarbeit unbedingt durch Gruppenlernen ergänzen.
  • Vorteile:
    erhöhte Motivation, größeres Engagement, gesteigerte Leistungsfähigkeit, Feedback über Lernerfolge
  • Nachteile:
    gegenseitige Ablenkung (daher oft keine Konzentration auf das Wesentliche möglich), bei zu vielen Teilnehmern ist es schwer geeignete Termine zu finden, ohne Einzelarbeit im Vorfeld ist Gruppenarbeit nur wenig effektiv, Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Gruppe

     

    Tipps:
  • gleiche "Wellenlänge"/ähnlicher Arbeitsstil des Teams, zuverlässige Kommilitonen
  • fachlich ausgewogene Lerngruppe
  • Klärung der zu verwendenden Arbeitstechniken
  • nicht mehr als vier Teilnehmer
  • gemeinsame Arbeitszeit begrenzen
  • sich zu Hause selbständig auf das Thema vorbereiten
  • Metakommuniktation (d.h. dass jeder Teilnehmer am Ende der Arbeitssitzung in einem von den anderen unkommentierten Satz sagt, was ihm an der jeweiligen Sitzung gefallen bzw. nicht gefallen hat; somit werden die "Spielregeln" hin und wieder überprüft und über die bisherige Zusammenarbeit reflektiert, mit dem Ziel, die Teamarbeit noch mehr zu optimieren)

     

    6. Diskussionen

     

  • Vorteile:
    Lernstoff kann aktiv und effektiv bearbeitet werden, Auseinandersetzung mit neuem Wissensstoff, Ansichten werden hinterfragt, einfachere Problemlösung, Förderung der Argumentationsfähigkeit, Redeängste und emotionale Hemmungen werden abgebaut, freies Reden, genaueres Zuhören, Beobachten und Werten
  • Nachteile:
    Gruppendiskussionen können chaotisch verlaufen und daher ohne Ergebnisse enden, oft beherrschen nur ein paar Teilnehmer die Diskussionen, während andere überhaupt nicht zu Wort kommen, statt Kooperation herrscht Konkurrenz zwischen den Diskussionspartnern, einige Teilnehmer nutzen die Gruppendiskussionen um als besonders "schlau" dazustehen und weniger um inhaltliche Fragen zu klären

     

    Tipps:
  • selbstsicheres Auftreten
  • "Ich-Botschaften"
  • nie mit einer Bitte um das Rederecht beginnen
  • sich trauen nachzufragen
  • sich vorher Fragen zum Thema notieren
  • die Meinung anderer respektieren

    7. Vorlesungen

     

    Vor der Vorlesung:
  • Gliederung der Vorlesung und themenbezogene Literaturliste besorgen (Sekretariat, Homepage)
  • für jede Vorlesung gesonderten Ordner anlegen
    Während der Vorlesung:
  • optische und akustische Kriterien bei der Wahl des Sitzplatzes berücksichtigen
  • leserliche, gut gegliederte Mitschrift
    Nach der Vorlesung:
  • mindestens 15 Minuten zum Nacharbeiten investieren (Kurzzeitgedächtnis!)

     

    Tipps:
  • Verweise auf Handouts, Lehrbücher usw. notieren
  • wichtige Aussagen in Halbsätzen oder Stichwörtern festhalten
  • genügend Platz für eventuelle Ergänzungen lassen
  • sinnvolle Abkürzungen verwenden
  • Katalog für Zeichen entwickeln (z.B. > = Einwand, ! = wichtig, !! = klausurrelevant oder ? = unklar)

    8. Einteilung der (Arbeits-) Zeit

    Definition der (kurzfristigen) Studienziele:
    Tagesablauf über einen längeren Zeitraum (mehrere typisch verlaufende Wochen) beobachten und notieren: Somit kann man erkennen, wie viel Zeit man wirklich produktiv gelernt hat, wo die Leerlaufzeiten liegen, welche Aktivitäten nicht zur Erreichung der Ziele beitragen und wie oft man unterbrochen wurde bzw. wie viele Unterbrechungen man selbst verursacht hat und ob man zu unregelmäßigen Zeiten lernt.

     

    Tipps:
  • sich einen Überblick auch über außeruniversitäre Aktivitäten (Familie, Sport, Job usw.) verschaffen
  • möglichst realistische Einschätzung des erforderlichen Zeitaufwands
  • Berücksichtigung der persönlichen Leistungskurve und des Biorhythmus
  • Einplanung von Freiräumen für Unvorhergesehenes
  • Einplanung von festen Pausen
  • regelmäßig nach geschafften Lerneinheiten
  • Anzahl und Länge sind abhängig von individueller Konzentrationsfähigkeit und der Art der Lernarbeit
  • Pausenende vor Pausenbeginn festlegen
  • Pausenlänge konsequent einhalten
  • Pause sinnvoll nutzen: Spaziergang, Atemübungen, sportliche Betätigungen usw.
  • Prioritäten setzen
  • Arbeitszeit begrenzen
  • für jeden Tag konkrete Ziele formulieren
  • regelmäßige Kontrolle der Terminplanung
  • noch detailliertere Zeitplanung direkt vor Prüfungen

    9. Wahl des Arbeitsorts

     

    Arbeiten zu Hause:
  • Vorteile: notwendige Arbeitsmittel und Unterlagen liegen bereit, flexible Lernzeit, gewohnte Umgebung
  • Nachteil: Ablenkung
    Arbeiten in Lesesälen von Bibliotheken bzw. speziellen Räumen der Hochschule (z.B. Computerräumen):
  • Vorteile: sofortiger Zugriff auf Fachliteratur, gegenseitige Unterstützung der Kommilitonen
  • Nachteile: Öffnungszeiten, nicht vorhandenen Arbeitsmittel, Ablenkung

     

    10. Organisation des Arbeitsplatzes

    Voraussetzungen für optimales Lernen: höhenverstellbarer Schreibtisch, ergonomischer Schreibtischstuhl, Arbeitsmaterialien wie z.B. Karteikasten, Schreibgeräte oder Papier, angemessene Beleuchtung, Bücherregale, PC mit Drucker, nicht zu hohe Raumtemperatur